Eisrettungsübungen an der Neuen Donau – Jänner 2026

An den Samstagen 17. und 24. Jänner 2026 führte die Österreichische Wasserrettung LV Wien an der gefrorenen Neuen Donau zwei Eisrettungsübungen durch.

Die winterlichen Bedingungen boten insgesamt 37 Teilnehmer:innen eine ideale Gelegenheit, Rettungstechniken unter realistischen Einsatzbedingungen zu trainieren und unterschiedliche Vorgehensweisen direkt in der Praxis zu vergleichen.


Gerade bei den aktuell niedrigen Temperaturen ist das Betreten von Eisflächen mit einer hohen Gefahr des Einbrechens verbunden. Umso wichtiger ist es, dass Eisrettungen ausschließlich mit entsprechender Ausrüstung, klaren Sicherheitskonzepten und geschultem Personal durchgeführt werden. Neben dem technischen Ablauf stand daher bei beiden Übungen vor allem die Eigensicherung im Fokus – denn am Eis entscheidet oft die richtige Absicherung darüber, ob eine Rettung überhaupt sicher möglich ist.
Der Schwerpunkt der Übungen lag auf zwei zentralen Szenarien: der Selbstrettung aus einem Loch im Eis sowie der Fremdrettung einer eingebrochenen Person. Bei der Selbstrettung wurde geübt, wie man nach einem Eiseinbruch kontrolliert im Wasser bleibt, die Kräfte richtig einteilt, den Rand des Eislochs sinnvoll nutzt und sich mit möglichst flacher Körperhaltung wieder auf tragfähiges Eis bringt.
Im Bereich der Fremdrettung kamen verschiedene Einsatzmittel zum Einsatz, um deren Anwendung und Stärken in unterschiedlichen Situationen zu trainieren. Mithilfe einer Leiter konnte eine möglichst flächige Lastverteilung erreicht und ein sicherer Annäherungsweg geschaffen werden. In Kombination mit Spineboard und Leine ließ sich anschließend eine effiziente und kontrollierte Bergung der verunfallten Person durchführen – inklusive stabiler Lagerung und schonendem Herausziehen, ohne die Belastung am Eisrand unnötig zu erhöhen. Besonders das Zusammenspiel aus Kommunikation, Zugrichtung und Koordination spielte dabei eine entscheidende Rolle.


Zusätzlich wurden Wurfsack und Gurtretter eingesetzt. Diese Methoden sind besonders wertvoll, da sich die Helfer:innen dabei nicht selbst in den unmittelbaren Gefahrenbereich begeben müssen. Entscheidend war hierbei, dass jede Rettung aus einer gesicherten Position heraus erfolgt und die Teammitglieder an Land klar abgestimmt zusammenarbeiten.
Ergänzend zur Eisrettung wurde auch das Eistauchen, also das Tauchen unter einer geschlossenen Eisdecke, geübt. Dabei war die durchgehende Leinensicherung durch ein Sicherungsteam am Ufer von besonderer Bedeutung, um jederzeit eine sichere Führung der Taucher sowie eine schnelle Rückholung im Notfall gewährleisten zu können.


Die beiden Übungen zeigten eindrucksvoll, wie wichtig regelmäßiges Training unter realistischen Bedingungen ist, um im Ernstfall rasch, koordiniert und sicher helfen zu können.

Text: Karin Paur & Peter Schaefer
Fotos: Peter Schaefer

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