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Österreichische Wasserrettung - Landesverband Wien

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!


Die Österreichische Wasserrettung (ÖWR) und die Polizei planten in Wien die Probe eines Ernstfalls. Doch es kam alles ganz anders. Aus einem fingierten Einsatz wurde Ernst.

Die diesjährige Abschlußveranstaltung der in den Sommermonaten wöchentlich stattfindenden Unterwasser-Suchübungen stand unter dem Motto der „Kooperation zwischen ÖWR und Polizei.“ Gemeinsam mit den Suchhunden der Polizeidiensthundeeinheit Süd und dem See- und Stromdienst planten die Einsatzkräfte der ÖWR Wien den Ernstfall zu proben - die Suche nach einer vermißten Person. Geplant war die Einsatzübung für Montag, den 26.09.2011 um 17:00.

Während der Vorbereitungen zur Übung wurden wir von der Polizei über einen Realeinsatz informiert. Beamte des See- und Stromdienstes fanden am Montagnachmittag gegen 16:50 bei einer Patrouillenfahrt am rechten Ufer der Neuen Donau abgelegte Kleidungstücke. Der Fundort war ein Schwimmponton zirka 200 m unterhalb der Reichsbrücke. Nachdem vom Schlimmsten ausgegangen werden mußte, wurde unverzüglich eine Vermißtensuche eingeleitet.

Unmittelbar nach dem Eintreffen der Polizeidiensthundeeinheit Süd begannen die Hundeführer unter der Einsatzleitung von Grl Wolfgang Schneider gemeinsam mit dem See- und Stromdienst mit einer Oberflächensuche.

Nach Ankunft der ÖWR-Einsatzkräfte wurden unter der Einsatzleitung von Dirk Strickmann alle Vorbereitungen für die Vermißtensuche unter Wasser getroffen. Nach einem kurzen Informationsaustausch mit den Polizeihundeführern und CI Erich Kraus (See- und Stromdienst) über den bisherigen Stand der Oberflächensuche wurde das Einsatzgebiet eingegrenzt und zur Orientierung der Taucher ein Suchraster bestehend aus Leinen, Gewichten und Bojen am Grund der Neuen Donau ausgelegt. Dadurch konnte trotz der erschwerten Sichtbedingungen unter Wasser systematisch eine Fläche von etwa 6000 m2 abgesucht werden. Die Suche mit 9 Einsatztauchern und 2 Leichenspürhunden blieb jedoch ohne Ergebnis. Nach einer UW-Suchzeit von 1 Stunde wurde der Einsatz gegen 20:00 durch die Polizei abgebrochen.

Anschließend kam es noch zu einem Assistenzeinsatz im Auftrag des See- und Stromdienstes. Es galt drei von einem Hobbytaucher kurz vor Mittag in der Neuen Donau nahe der Reichsbrücke gefundene Tresore zu bergen und an Land zu bringen. Die Bergung der zwei kleineren Tresore war nicht weiter aufwendig, die Bergung des dritten weit größeren Tresors erfolgte durch ein mit Pressluft befüllbares Hebekissen. Auf Grund der Dunkelheit und schlechten Sicht unter Wasser gestaltete sich die Bergung durchaus als herausfordernd.

Der reibungslose Ablauf der Personensuche wie auch die anschließenden Tresorbergungen bestärkten wieder einmal die gute Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen der Wiener Polizei und der ehrenamtlich arbeitenden Österreichischen Wasserrettung. Diese soll auch im Rahmen der bestehenden Kooperation in Zukunft in Wien weiter intensiviert werden. Insgesamt waren an dem Tag 5 Beamte der Polizeidiensthundeeinheit, 7 Beamte des See- und Stromdienstes und 13 Einsatzkräfte der ÖWR LV Wien beteiligt.

Text: Dirk Strickmann, Tina Steindl
Fotos: Christian Moser