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Österreichische Wasserrettung - Landesverband Wien

UW-Such-Fortbildung für Tauchlehrer und Einsatztaucher des LV Kärnten


Am Samstag, den 21. April 2012 fand eine ganztägige Unterwasser-Such-Fortbildung für sechs Tauchlehrer(innen) und einen Leistungsscheintaucher des ÖWR-Landesverbandes Kärnten statt. Vorgestellt wurden die im LV Wien verwendeten Techniken für die Personensuche in flachen, stehenden und fließenden Gewässern.

Aufgrund der gegebenen Gewässersituation in Kärnten haben die dortigen ÖWR-Einsatztaucher sehr viel Erfahrung bei der Suche nach vermissten Personen oder Objekten in Bergseen. Tiefere Seen haben den Vorteil, dass sie durch ihr typisches Grundprofil die Orientierung für die Taucher sehr erleichtern, bergen aber durch ihre Tiefe zusätzliche Gefahren.

Flachere Gewässer, wie die Neue und die Alte Donau in Wien, bergen zwar nicht die Gefahr der Tiefe, bieten aber durch ihr flaches Grundprofil meist keinerlei Anhaltspunkte für die Unterwasser (UW)-Orientierung, was eine Suche sehr erschwert. Die Einsatztaucher der ÖWR Wien beschäftigen sich daher schon seit vielen Jahren intensiv mit der Vermisstensuche in solchen flachen Gewässern. Dafür wurden verschiedene Strategien regelmäßig trainiert und im Laufe der Jahre verfeinert.

Die UW-Such-Fortbildung begann mit einer Kreiselsuche, die von zwei Tauchern mit nur minimalem Materialaufwand durchgeführt werden kann und auch für Primäre- (Rettungs-) Einsätze geeignet ist. Im Weiteren wurde sich dann der systhematischen Suche nach einer vermissten Person im Rahmen eines Sekundäreinsatzes (Suche & Bergung) gewidmet. Hier kamen Prozeduren unter Zuhilfenahme von Grundleinen, Grundgewichten und Bojen zur Orientierung zum Einsatz. Auch die zügige, aber dennoch pietätvolle Bergung einer vermissten Person wurde dabei geübt.

Am Nachmittag wurde dann das Übungsgewässer gewechselt. Am rechten Ufer der Donau im Bereich des Brigittenauer Sporns wurde die UW-Suche im ufernahen Bereich eines Fließgewässers geübt. In dem Zusammenhang ein herzliches Dankeschön an den Wiener Ruderverein Donauhort, dessen Steganlage wir für die Übung benutzen durften.

Die UW-Suche im fließenden Gewässer erfordert deutlich mehr Ausrüstung und Sicherungspersonal. Der mit einem möglichst statischen Kletterseil gesicherte Taucher kann einen ca. 30 m breiten Streifen am Ufer absuchen.

Aufgrund der Strömung und der schlechten Sichtverhältnisse ist diese Arbeit jedoch nicht ungefährlich und sehr anstrengend. Um sich vor UW-Hindernissen zu schützen, die erst sehr spät bemerkt werden können, tragen unsere Taucher einen Sicherheitshelm, wie er auch im Bereich der Wildwassereinsätze benutzt wird.

Am Ufer steht ein jederzeit einsatzbereiter Sicherungstaucher mit einem Leinenführer bereit. Ferner befinden sich weiter stromabwärts zwei Rettungsschwimmer, die im Falle von Problemen oder falls der Taucher sich aus der Sicherungsleine lösen muss, jeder Zeit zur Hilfe kommen können.

Vielen Dank auch an den See- und Stromdienst der Wiener Polizei, der wie schon so oft, den Übungsbereich gegen andere Wasserfahrzeuge abgesichert hat.

Die Übung verließ wie erwartet ohne Probleme, zumal es sich bei den Kamerad(inn)en aus Kärnten um sehr professionelle Einsatztaucher handelt. Wir hoffen, dass wir etwas von unseren Erfahrungen vermitteln konnten und bedanken uns für die Disziplin und Mitarbeit der Fortbildungsteilnehmer, wie auch der Kamerad(inn)en aus Wien.

Text: Dirk Strickmann (Übungsleiter)
Fotos: Michael Hirschbichler und Gunter Schabauer

Erstellt von: Dirk Strickmann