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Österreichische Wasserrettung - Landesverband Wien

Zwei neue Wildwasserretter


Von 30.4. bis 4.5.2013 hat der ÖWR Landesverband Oberösterreich in Bad Goisern einen Prüfungskurs zur Erlangung der höchsten Ausbildungsstufe im fließenden Gewässer - "Wildwasserretter" - veranstaltet.

Neben Teilnehmern aus Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich hat auch der Landesverband Wien, nach mehr als insgesamt 30 Stunden Vorbereitungseinheiten durch den Fachbeauftragten für Wildwasser, zwei Kandidaten -Anita Biester und Michael Lubenik -entsendet. Ein Dritter - Nino Eckel- musste leider aufgrund einer Erkrankung kurzfristig absagen.

Während des Prüfungskurses wurden die Kandidaten permanent vor neue Herausforderungen gestellt. Neben Canyoning und Rafting gab es eine intensive Ausbildung und Prüfung in Seiltechnik, bei der sich alle Kursteilnehmer unter anderem von einer 40m hohen Brücke abseilen mussten.

Darüber hinaus standen auch zahlreiche Querungen der Traun (schwimmend in Wildwasservollschutz) sowie äußerst anstrengende Personenrettungen aus dem Wildwasser am Programm.

Nicht nur die geringe Wassertemperatur der Traun von nur 6°C, sondern auch der durch den hohen Wasserstand gesteigerte Schwierigkeitsgrad und die hohe Strömungsgeschwindigkeit des Wildwassers haben den Teilnehmern alles abverlangt.

Die absolute Königsdisziplin war die Bewältigung des „Wilden Lauffen“, ein besonders turbulenter Abschnitt der Traun. Hier war es vor allem wichtig, schwimmend die Ideallinie durch die Stromschnellen zu halten. Kurz vor dem Ende der Schwimmstrecke wurden die Teilnehmer von einer sogenannten „Walze“ (spezielle Wasserverwirbelung) eingesaugt und oft erst nach einer gefühlten Ewigkeit wieder freigegeben. Während dieser Zeit unter Wasser wurde man zusätzlich einem unfreiwilligen „Schleuder-Waschgang“ ausgesetzt.

Spätestens jetzt war allen klar, dass ein Kampf gegen das Wasser sinnlos ist. Deshalb ist die Disziplin der Wildwasserrettung wohl jene, bei der man sich im Vorfeld am meisten Gedanken über Art und Umfang eines Einsatzes machen muss. Ebenso ist, wo es die Einsatzzeit zulässt, die gewissenhafte Erkundung eines Gewässers für einen Einsatz unerlässlich. Einmal im Wasser, gibt es kein Zurück mehr.

Nach positiver Absolvierung des schriftlichen Tests und einer gemeinsamen Abschlussübung konnten die neuen Wildwasserretter ihre Urkunden und Abzeichen entgegennehmen.

 

Besonderer Dank geht an die Prüfungskommission unter der Leitung von Dr. Gerald Berger sowie an den Fachbeauftragten für Wildwasser im Landesverband Wien, Bernhard Biester. Dank seiner Vorarbeit waren die Teilnehmer aus Wien und dem Burgenland für die Herausforderungen des Wildwasserkurses bestens gerüstet.

Fotos/Text: Michael Lubenik

Erstellt von: Tina Steindl