Streckenkunde, Ausbildung und Niederwasser auf der Donau

Am 30. Juli 2026 waren die beiden großen Einsatzboote der ÖWR Wien, Boot 1 (auch als „Lotte“ bekannt) und Boot 2, gemeinsam auf der Donau unterwegs. Die rund 128 Stromkilometer lange Ausfahrt führte von Wien über den Donaukanal bis zur Staatsgrenze zwischen Österreich und der Slowakei und wieder zurück.  Ziel der Ausfahrt war die slowakische Grenze – eine gute Gelegenheit, Übung, Streckenkunde und Ausbildung miteinander zu verbinden.

Neben dem praktischen Training stand auch die Fotodokumentation im Mittelpunkt. Entlang der Strecke entstanden zahlreiche Fotos und Aufnahmen, die künftig für die Ausbildung unserer Einsatzkräfte und Schiffsführer:innen verwendet werden können. Gleichzeitig bot die Ausfahrt die Möglichkeit, die aktuelle Situation auf der Donau aus nächster Nähe zu beobachten.

128 Kilometer Streckenkunde

Die gefahrene Strecke führte von der Donau über die Schleuse Nußdorf in den Donaukanal, anschließend wieder auf die Donau und stromabwärts bis zur Staatsgrenze Österreich/Slowakei. Von dort ging es über die Donau zurück bis zur Schleuse Freudenau und wieder auf die Donau.

Eine solche gemeinsame Ausfahrtbietet eine wertvolle Möglichkeit, die Donau über einen längeren Streckenabschnitt kennenzulernen und die aktuellen Gegebenheiten entlang der Strecke zu dokumentieren.

Historisches Niederwasser

Besonders auffällig war dabei der derzeit außergewöhnlich niedrige Wasserstand der Donau. Das entlang der Donau herrschende Niederwasser macht auch in Österreich nicht Halt und so zeigen sich bekannte Streckenabschnitte teilweise völlig verändert. Untiefen und seichte Bereiche treten deutlich stärker hervor und die Befahrbarkeit einzelner Bereiche kann sich verändern.

Gerade für die Wasserrettung ist es daher wichtig, die Donau nicht nur bei unterschiedlichen Wasserständen zu kennen, sondern Veränderungen laufend zu beobachten und in die Streckenkunde und Einsatzplanung einfließen zu lassen.

Die aktuelle Niederwassersituation bot damit nicht nur einen interessanten Einblick in die Veränderung der Donau, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, das Wissen unserer Schiffsführer: innen über die Strecke unter außergewöhnlichen Bedingungen zu erweitern.

Ein Blick hinter die Kulissen

Auf der Rückfahrt gab es schließlich noch eine besondere Gelegenheit: Bei der Schleuse Freudenau konnten wir die sogenannte B-Stelle besichtigen (Beobachtungsstelle). Der Blick hinter die Kulissen einer der wichtigsten Schleusenanlagen der Wiener Donau war eine spannende Ergänzung zur Ausfahrt und ermöglichte unseren Schiffsführer: innen einen Einblick in Bereiche, die bei einer normalen Fahrt auf der Donau nicht zu sehen sind.

Die gemeinsame Ausfahrt von „Lotte“ und Boot 2 hat damit einmal mehr gezeigt, wie vielseitig Ausbildung und Einsatzvorbereitung bei der ÖWR Wien sein können – von Streckenkunde und praktischen Übungen über die Dokumentation für zukünftige Ausbildungen bis hin zur Auseinandersetzung mit außergewöhnlichen Bedingungen auf der Donau.

Text & Fotos: Karin Paur

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