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Österreichische Wasserrettung - Landesverband Wien

Übung „Rettungsinsel“ in der Neuen Donau


Rettungsinseln fallen zweifellos in die Kategorie„sollte man haben, braucht man hoffentlich nie“. Das gilt zumindest für all jene, die sich mit Booten oder gar Schiffen auf einem größeren Gewässer befinden. Doch selbst wenn sie nie benötigt wird, erreicht auch die beste Rettungsinsel nach ungefähr 10 Jahren ihr Ablaufdatum und muss ausgetauscht werden.


Solch eine abgelaufene Rettungsinsel wurde der ÖWR Wien dankenswerter Weise von ihrem langjährigen Mitglied Dr. Harald Richter zur Verfügung gestellt.
Die Insel der Marke Plastimo Ibiza6 ist für den Offshore-Bereich konzipiert und war auf einem 46 Fuß Katamaran, welcher für 12 Personen zugelassen ist (somit müssen 2 dieser Rettungsinseln an Bord sein), verbaut. Nach der Übung wird die Insel umgebaut, damit sie mit Pressluft befüllt und für weitere Trainings verwendet werden kann.

Gelegenheiten, eine Rettungsinsel zu testen und in Aktion zu sehen, sind rar, daher fanden sich Ende August etwa 30 Mitglieder der ÖWR und anderer Wassersportvereine im Ausbildungszentrum der ÖWR Wien zu dieser Übung ein. Zunächst wurden die TeilnehmerInnen über den üblichen Gebrauch und Umgang mit solchen Inseln informiert, dann ging es ins Wasser.

Durch einen Zug an der Reißleine entfaltete sich aus dem etwa koffergroßen Quader die leuchtend orangefarbene Rettungsinsel. Die Simulation des fehlenden Wellenganges übernahmen abwechselnd einige engagierte TeilnehmerInnen. Um die Übung möglichst realistisch zu gestalten, waren außerdem aufblasbare Schwimmwesten ausgegeben worden, die zwar den Kopf über Wasser halten, aber eine Fortbewegung im Wasser doch deutlich erschweren – ebenso wie auch das Hineinklettern in die Insel. Nicht unrealistisch dürfte es auch gewesen sein, dass stets mehrere Personen gleichzeitig versuchten, die Insel zu erklimmen, was ohnehin schon überraschend mühselig war. Leichter hatten es jene, die eine der zwei Strickleitern in die Finger bekommen hatten.

Mit der vorgegebenen Maximalzahl an sechs Personen war es schon recht kuschelig auf der Insel, sieben waren dagegen deutlich unbequem. Außerdem gab es recht viele Leinen, in denen man sich herrlich verstricken konnte. Bei Sonnenwetter wurde es unter der aufspannbaren Plane sehr warm, bei schlechtem Wetter dürfte sie aber einen gewissen Schutz bieten.Mit Mühe war es möglich, die Insel auch zum Kentern zu bringen, umgekehrt konnte aber eine Person allein sie auch wieder umdrehen.
Schließlich wurden noch die in der Insel enthaltenen Gegenstände inspiziert. Es gab zwei Paddel, ein Erste-Hilfe-Set, Sonnencreme, Tabletten gegen die Reiseübelkeit und Signalmittel. Eine Sammeleinrichtung für Regenwasser an der Außenseite der Plane dient der Trinkwasserversorgung.

Es war für alle Beteiligten eine lehrreiche und durchaus auch lustige Übung. Trotzdem wünschen wir es niemandem, jemals tatsächlich auf eine solche Insel angewiesen zu sein – nicht auf der Neuen Donau, nicht im Mittelmeer und auch sonst nirgendwo auf der Welt.











Text: Inga-Malin Simek

Erstellt von: Cornelia Stadler